Teil 2 / Fehlende Fakten zur Bonus-KulturRelax-Senf G) Managervergütung - Was die Krise aus den Boni macht Ausserdem folgende Feststellung. Seit dem Posting vom ersten Teil habe ich in der Presse gelesen, dass in der Grundversicherung die freie Arztwahl in der Schweiz abgeschafft werden soll. Konnte bis jetzt absolut keine Reaktion aus dem Volk feststellen. Das irritiert mich, denn hierbei geht es um ganz grundlegende Rechte, die ausserdem mit Vertrauen und Wohlgefühl – untrennbar – verknüpft sind. Dagegen ist es mir nicht wert, die Wut- und Neiddebatte zu begleiten, wer wie viel Bonus bekommt und wie viel Bonus diese Leute eigentlich verdienen würden! Womit ich zurück beim Thema bin.
16.02.2010, 02:41 von Relax-Senf |
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Kommentare
@ Karin: Journalisten sind oft aus sachlichen Gründen ein Ärgernis. Aber lassen wir das, weil es ja in jeder Berufsgruppe gute und andere gibt. An dieser Stelle geht es mir um die Moralfrage, die von den Journalisten und ihren Arbeitgebern als Gralshüter vertreten wird. Dies ist absolut Okay und in unserer Aller Interessen. Nur ist der Begriff Moral letztlich ein Begriff, der immer abhängig von eigenen Interessen und i m m e r in Verbindung, in Abhängigkeit, von Einnahmemöglichkeiten definiert wird. Und die Boulevard Presse gibt hier ein besonders schlechtes und leidiges Beispiel ab.
Wie ich lese hat der Schweizer Presserat den "Blick" für zwei Berichte kritisiert, die den Schutz der Privatsphäre der Personen im Artikel verletzten. Fies und verabscheuungswürdig finde ich den Vorfall, wo Blick-Leute ein Bild vom Grab des verstorbenen Kindes eines prominenten Schriftstellers abfotografiert, das Bild nachbearbeitet - also für eine geilere Aufmachung manipuliert haben - und anschliessend auf der Frontseite publiziert haben. Damit nicht genug. Anschliessend hat man das Bild zusätzlich kommerziell verwertet, d.h. an die deutsche Boulevardzeitung Bild verkauft.
Im zweiten Fall hat man aus dem Internet ein Bild einer "gefesselten und nackten Frau" publiziert. Wobei das Internet ja voll ist mit solchen Darstellungen und der Publikationswert zur Einnahmensteigerung darin bestand, dass die Person als Angestellte einer Gemeinde im Sozialbereich geouted wurde.
Ich habe grosse Mühe mit der allseits betriebenen Moralschelte, wenn es ohne grossen Aufwand möglich ist darzustellen, dass die gemeinsam beschworene Moral sicher immer nur auf ein populäres Schlagzeilenthema bezieht bei der gelebten Moral es aber so viele Varianten gibt, wie verschiedne Weine im Regal der Grossverteiler stehen.
Darum schreibe ich auch über Boni, weil man nicht alle Empfänger von Boni in einen "unmoralischen Topf" werfen kann. Würde Moral gelebt, müsste viel ändern und dies hin zm Besseren für die Gesellschaft. Die Banker-Boni-Geschichten wären dann aber nur ein Stein in der Lawine, die ausgelöst werden könnte.
...Ein Journalist der keine Bankbilanz lesen kann, sollte seine Berichterstattung über Banken auf die Architektur und den Stil der Inneneinrichtung beschränken. Da ist jede Meinung zugelassen, auch wenn man nichts von der Sache versteht.
You made my day!