Fehlende Fakten zur Bonus-KulturRelax-Senf zu Seit mehr als zwei Jahren ist das Thema Boni ein Dauerbrenner. Die Emotionen gehen hoch die Volksseele kocht. Wenn Sie bei mycomfor den Tag „Boni“ anklicken werden zurzeit, d.h. von Januar 2009 bis Februar 2010 ca. 90 Artikel zu diesem Begriff aufgelistet. Hier folgt eine Auswahl der vorgefundenen Treffer, um die Medien Schlagzeilen sichtbar zu machen, die in regelmässigem Rhythmus Frust und Neid bei den Bonuslosen anstachelten.
12.02.2010, 02:21 von Relax-Senf |
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Kommentare
Ich bin 100%ig Deiner Meinung.
Da wird mit Zahlen operiert, die gar nicht definiert sind. Aktuelles Beispiel auch von Gestern: http://www.blick.ch/news/wirtschaft/cs-zahlt-ihren-bankern-75-prozent-mehr-als-die-ubs-140155
Die Lohnsumme wird einfach durch die Arbeitnehmerzahl geteilt, und so kommt der Schreiberling auf die Idee, die CS-Angestellten erhielten 75% mehr Lohn als ihre UBS-Kollegen. Nirgends steht, was alles in diesem Lohn enthalten ist, noch wer alles zu diesen Arbeitnehmern gezählt wird (bis runter zur Reinigungskraft, oder nur Führungsebene?), noch wieviel davon ins Ausland fliesst. Ist etwa dasselbe, wie wenn ich behaupten würde, dass die zwei Kleinkinder eines Familienvaters mit einem Jahreseinkommen von 1 Mio je 250'000 verdienen würden.
Was auch nie geschrieben wird: Die Aktien, die ein Mitarbeiter erhält, und die erst nach einer Sperrfrist von mehreren Jahren verkauft werden dürfen, müssen von ihm zum heutigen Kurs als Einkommen versteuert werden. Bei fallenden Kursen ist so gut möglich, dass ihm davon nach Steuern nichts bleibt, bzw. sogar noch ein Verlust resultiert. Umgekehrt ist es natürlich bei steigenden Kursen, aber ich möchte dennoch nicht mit einem solchen Modell entlöhnt werden.
Was auch immer vergessen geht: die meisten Banker (und deren Familie) geben das Geld, das sie verdienen, bereitwilligstens aus. Nicht umsonst ist der März einer der einträglichsten Monate für die Juweliere an der Bahnhofstrasse, denn dann wird der Bonus zum sichtbaren Erfolg gemacht. Davon profitiert die Wirtschaft und somit auch der Staat weit mehr, als von denen, die ihr Geld aufs Sparkonto legen.
Ja, manche tun wirklich so, als müssten sie die Banker-Boni aus eigener Tasche berappen. Wenn sich Aktienbesitzer darüber aufregen, könnte ich das noch eher verstehen, denn diese bekämen dann mehr Dividende (oder überhaupt eine). Ist schon komisch, dass sich der Volkszorn viel weniger gegen die Pharmaindustrie richtet, wo tatsächlich jeder die Boni durch überhöhte Medikamentenpreise bzw. ständig steigende Krankenkassenprämien direkt mitfinanziert, aber das hat die schreibende Zunft noch nicht gemerkt, und so ist auch der Stammtisch nicht informiert.
Den gerechten Lohn gibt es nicht, denn weder Leistung noch Erfolg sind direkt messbar. So finde ich es zB. auch stossend, dass im Kt. ZH ein Oberförster gleichviel verdient wie ein Oberarzt, deren Arbeitszeiten und -Pensen, Ausbildungsdauer etc. etc. weit andere sind.
Neid ist etwas äusserst Destruktives. Jeder sollte schauen, dass er mit seiner Arbeitssituation zufrieden ist (und die besteht bei Weitem nicht nur aus dem Aspekt Lohn) oder sonst daran etwas ändern.
Wie heisst es so schön: Wer viel Geld hat, ist vermögend; reich ist, wer viel Zeit hat.
Wichtig ist einzig, dass man glücklich ist, und das wird durch Neid und Hass vereitelt.
Ich bin froh um jeden Grossverdiener, gönne jedem seinen Lohn, denn hätten wir sie nicht, müsste jeder von uns weit höhere Steuern zahlen. Kein Staat kann auf Dauer erfolgreich sein, wenn die gut Verdienenden und Vermögenden auswandern. Das sollte mal in der Zeitung stehen!