Spielplätze für AlteSpielplätze für AlteDie herkömmliche Drei-Generationen-Familie ist tot. Früh verlassen die Kinder ihre Eltern. Früh wollen die Eltern ihreer Kinder entledigt sein. Prozentual oft und meistens schnell wieder trennen sich Familienbindungen auch horizontal. Jeder geht seines Weges. Stiefgeschwister begleiten die Nachkommen. Diese demographische Verzettelung ist nicht nur selbstverursacht, sie ist eher eines der Resultate der jüngsten materiellen Unabhängigkeit, welches unsere traditionellen Schicksalsgemeinschaften unterlaufen hat. Die Jugend steigt in Action und Szene. Die Erwerbsklasse geniesst ihre Errungenschaften. Die vorhergehende Generation ist durch Sozialeinrichtungen derart abgesichert, dass niemand ein ganz schlechtes Gewissen haben muss. Das ist überspitzt dargestellt, doch dürfte es grundsätzlich stimmen. Auch wenn in der Bevölkerung noch viele klassische, intakte Heime bestehen. Es ist nur der Trend, die Entwicklung. Es wäre grundfalsch, etwas anderes zu erwarten oder zu erhoffen. Daraus entstünde nur Enttäuschung, Selbsttäuschung. Was immer im Sinne unserer Erwartungen geschieht, sollten wir als Geschenk einerseits betrachten, andererseits aber auch unter dem Aspekt der möglichen Gründe für ein nicht konformes Entwicklungsbild, unter dem Aspekt. dass wir in der Führung in die Selbständigkeit, im Überlebensunterricht, der nächsten Generation gegenüber versagt haben könnten. Es wäre grundfalsch, über Entwicklungen zu jammern, die unserem Besitzanspruch zuwiderlaufen. Es gibt keinen guten Grund, sich über Vereinsamung zu beklagen. Es ist alles unser Tun. Über eine schulische oder akademische Ausbildung haben wir uns auf das Leben vorbereitet, mit Erfahrung dieses bestritten. Auf die dritte Lebensphase bereiten wir uns leider nicht gründlich genug vor. Wir sind es uns selbst schuldig, in reiferen Jahren unsere eigenen Sandkisten “für später“ zu bauen. Wer nämlich nicht vorgesorgt hat, wird schwer Anschluss finden. Es ist nicht mehr wie in den Kinderjahren. Man schliesst nur noch schwerlich Freundschaften. Und wer keine anderen Interessen als Beruf und Heimat hat, landet in einem Vakuum. Am besten fängt man schon sehr früh im Leben damit an, sich so einzurichten, dass unsere Entscheidungen hinsichtlich Freundschaften, Neigungen oder Aktivitäten unter dem Blickwinkel der langfristigen Tragbarkeit gefällt werden. Schön wäre es, wenn wir einen Sport, Kunst, Kultur oder eine Freizeitbeschäftigung über Jahre hindurch als ausgleichenden Lebensbegleiter hätten. Bevor wir aber wirklich altern, sollten wir kurz für eine Neuorientierung innehalten, die Situation neu überdenken, und dann in unser Spielplatzmodell einsteigen. Nur Kindern werden solche von Erwachsenen gebaut.
08.12.2009, 12:19 von Dr. H. J. Stalder-Straub |
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