Qualität steht im Verhältnis zum PreisQualität steht im Verhältnis zum Preis Wenn wir von Lebensqualität sprechen, müssen wir uns fragen, welchen Preis wir mit unserem Leben für unsere Lebensqualität zu zahlen bereit sind. Qualität definiert die Beschaffenheit und die Güte einer Ware, also Leben = Zeit. Je älter wir werden, desto mehr Zeit ist für uns verstrichen und desto weniger Zeit verbleibt auf der Resterwartung. Deshalb sollten wir uns doch so verhalten, dass unsere Lebensqualität über Zeit sich stets ein wenig verändert, verfeinert, verbessert. Wenn wir nur noch eine Flasche Wein pro Woche trinken können, so soll es die beste sein, die wir uns leisten können, Wie es bei Entscheidungen meist nicht die Geschwindigkeit ist, die entscheidet, sondern die Richtigkeit der Lagebeurteilung, so ist in der Lebensqualität nicht die Masse entscheidend, sondern deren Beschaffenheit. Das gilt für Dinge, wie für Menschen, Nicht quantitativ einschränken, nur qualitativ. Die Türe bleibt weiterhin ganz offen für alle, doch mit gehobeneren Rahmenbedingungen an Geist und Seele. Qualität ist für viele so etwas wie Kunst. Die Schönheit zu finden liegt beim Betrachter. Qualität ist auch nicht, was die Masse liebt und verehrt. Qualität muss persönlich bleiben, denn niemand soll für uns die Richtlinien in der Privatsphäre ziehen. Dennoch darf Qualität nicht einfach nur sein, was wir lieben. Qualität richtet sich nach unseren eigenen Imperativen und Zielsetzungen, unserem Geist und unserem Verständnis für Humanismus. So wie die Moral von unserer Umwelt gemacht wird, so basiert Qualitätssinn auf unserer Erziehung und der Umwelt, in der wir gerade leben. Wir finden die Antwort für unser Qualitätsdenken in uns selbst. Der Bessere ist der Feind des Guten. Wie gut muss ich sein, dass ich gegenüber direkter Kompetition bestehen kann? Nicht nur, wie gut muss ich sein, wie gut will ich sein, was zum Perfektionismus hinführt, welcher wiederum von der Lebensqualität wegführt. Wie viel wann wofür ist auch hier die Devise, wenn Qualität mehr sein soll als nur Ausdruck von Beschaffenheit und Güte einer Sache, deren Qualität nur noch zum Quervergleich taugt.
29.09.2009, 10:18 von Dr. H. J. Stalder-Straub |
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