Leben mit der VerantwortungLeben mit der Verantwortung
Die Verantwortung ist irgendwie die Konsequenz aus der Begierde. Die Begierde will niemand lassen. Die Verantwortung will niemand antreten. Churchill sagte, sie sei der Preis der Grösse. Bismarck sagte, die Scheu davor sei die Krankheit unserer Zeit. Verantwortung hat viel zu tun mit Gewissen. Und mit der Veränderung der Umwelt, die das Gewissen minder einstuft, ist es nicht verwunderlich, dass immer weniger Junge Verantwortung auf sich nehmen wollen. Für wen? Wofür? Warum? Verantworten. Antworten für andere. Verpflichtung auf sich nehmen und keine Garantien für ein Entgelt zu erhalten? Verantwortung auf sich nehmen heisst dienen. Wer will das schon? Diener sind in der letzten Kategorie der Gamma-Wesen zu finden und damit identifiziert sich niemand. Dennoch ist Dienen des Menschens oberste Pflicht, denn nur wer besser dient, hat Führungsanspruch. Jeder dient jedem und der Oberste dient immer noch. Wenn Verantwortung mit Gewissen und Dienen zu tun hat, so muss sie mit Moral und Mitmensch zu tun haben. So viele sehen die Moral als Hindernis und den Mitmenschen als Belastung. Kein Wunder, dass niemand Verantwortung übernehmen will. Und dennoch wollen wir, ohne Verantwortung, den Lebensstil, unser Niveau, die Konsumgesellschaft, das problemlose Morgen. Wir sind bereit, dafür zu leisten und zu arbeiten, doch wir wollen uns, können uns moralisch nicht engagieren. Solange wir das Gesetz beachten, scheinen wir keiner Verantwortung nachleben zu müssen. Verantwortung ist nicht nach Gesetz zu beurteilen. Wir müssen mit der direkt oder indirekt eingegangenen Verantwortung fertig werden und diese erlaubt keine Rückdelegation. Hat vielleicht Verantwortung etwas mit Mut zu tun?
04.02.2010, 17:45 von Dr. H. J. Stalder-Straub |
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