Ein Plädoyer für ProblemeEin Plädoyer für Probleme Probleme haben ihre Existenzberechtigung, denn der Mensch kann an „Normalfällen“ kaum an Wissen und innerer Festigkeit wachsen. Nur darf man Probleme nicht erst zu Problemen werden lassen. Sie konfrontieren uns nur alle ungleich, denn jedermann hat einen anderen Denkrahmen, der von Erziehung, Erfahrung und Empfindung geprägt ist. Also geht es für uns darum, das aufkommende Problem in seinem Umfeld ganz neutral zu analysieren. Wir dürfen kein Gefühl der Bedrängnis, der Beklemmung aufkommen lassen, denn es gilt, die Furcht des Augenblicks zu überwinden, und systematisch Informationen zu sammeln, sie zu selektieren und auszuwerten. Fakten helfen zu verstehen, während Verständnis in einer Angelegenheit uns den Fakten näherbringt. Sobald wir nämlich mit dem Zerlegen eines Mechanismus in seine Einzelteile fertig sind, hat der Mechanismus seine Kapazität verloren und wir haben ihn zu verstehen gelernt. Dabei müssen wir alternativ und lateral denken, denn das Umfeld jedes einzelnen Teilchens könnte ja die eigentliche Ursache sein, die unserer Lösungsfindung im Wege steht. Übersehen oder Nichterkennen sind das Resultat des schnellen Denkens, während das langsamere um eine Beweisführung ringt, so dass die Richtigkeit einer Lösung dargelegt werden kann, doch kommt man auch mit dieser Methode nicht immer zum Ziel. Ungelöste Probleme, die wir als Fragen betrachten, auf welche uns einfach noch eine Antwort fehlt, halten unseren Geist wach und motivieren uns zur Forschung nach einer Lösung, die möglicherweise wiederum nur eine temporäre ist, es sei denn wir hätten eine grundsätzliche neue Lehre oder Wahrheit gefunden. Das Problem mit Lehren und Wahrheiten ist dies, dass man glaubt, zu kennen und zu wissen. Leider täuscht man sich da sehr oft.
16.09.2009, 17:42 von Dr. H. J. Stalder-Straub |
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