Die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne entspricht der Dauer eines Drinks01.07.2010 Die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne entspricht der Dauer eines DrinksDie uns hinderliche stetige Ablenkung vom Wesentlichen verführt uns dazu, Banales vor das Essentielle zu stellen. Wir reden ohne eigentliche Aussage. Wir behandeln das Dringliche, während wir das Wichtige vernachlässigen. Die Massenmedien überschütten uns mit Negativem, das sofort unsere Aufmerksamkeit erheischt, denn die Sensation schlägt beim wiederkäuenden Palaver die Information. Die Unterhaltungsindustrie dämpft und verdrängt unsere Sorgen, um deren eigentlichen Grund wir uns nicht kümmern wollen. Spiel- und Wettmöglichkeiten geben uns den Nervenkitzel, der im eigenen Leben fehlt, denn bei grossem Engagement im eigenen Leben wäre das Risiko doch viel, viel zu gross. Moderne Technologie mit Motoren oder Elektronik, gibt uns das Gefühl, jemand zu sein, etwas darzustellen, und lässt uns vergessen, was wir eigentlich an erstklassiger humanistischer Erziehung vermissen. Es ist alles sehr kurzlebig geworden, sehr momentbezogen. Die Konsumgesellschaft hat sich darauf eingerichtet, die Nachfrage zu bedienen, die Begierde zu befriedigen, während die klassische Erziehung rückläufige Zahlen aufweist. Wir wollen dies und das, hier und jetzt. Fragen, Überlegungen, Einsichten, Gedanken über das woher und wohin sind absoluter Ballast. Denker sind Hindernisse auf dem Weg des Wegwerfindividuums. Übrigens: mögen sie noch ein Glas?
01.07.2010, 11:54 von Dr. H. J. Stalder-Straub |
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