Des Abfalls UmlaufgeschwindigkeitDes Abfalls UmlaufgeschwindigkeitEs ist immer wieder erstaunlich, festzustellen, wie viele wertvolle Güter im Müll enden. Das muss uns zum Gedanken veranlassen, dass bestimmt auch recht viel Müll beim Wertvollen endet. Was nämlich für den einen Müll ist, ist für den anderen noch längst Qualität… und vice versa. Und, je schneller die Handänderung vonstatten geht, desto schneller vollzieht sich Aufschwung oder Absturz. Wie aber soll sich Wert oder Müll qualifizieren, wenn es bei den Selektionskriterien auf die Subjektivität der wählenden Instanz ankommt? Die wiederum bestimmt ihre eigene Qualität durch die Handlung über Zeit. Aber dennoch, Müllhalden, Deponien, sind sehr ertragreich. Diese schaden zwar der ganzen Umwelt, stören aber direkt nur die Umliegenden. Müll ist angenehm im Umgang; wegwerfbar. Beim Gut mit Wert fragt man sich schon eher, ob und wie man sich davon trennen kann oder soll. Müll führt zur schnellen Entscheidung. Müll erlaubt einfache Entscheidungen. Müll ist erst in seiner Endlösung eine Belastung für uns alle. Müll, davon entlastet man sich. Und die “leichte Reise“ durch das Leben kann zur Philosophie werden. Wenn man denkt, so muss der Gedanke gut sein, sonst muss man ihn doch verwerfen. Also denkt man lieber weniger, das ist einfacher. Beim Wort ist es noch gefährlicher, denn der aufmerksame Zuhörer könnte Überlegungen anstellen, also verwendet man entsorgbare Sprache. Anspruchsvolle Musik belastet oder fordert, Konsummusik befreit. Es gibt sicher auch wertvolle Menschen, die sich den Wegwerfmenschen wünschen; einige sind sicher auch schon auf dem besten Weg dazu.
05.01.2010, 17:29 von Dr. H. J. Stalder-Straub |
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