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Vorteil Frau - Erotik ist das Kapital des modernen Menschen

Welt Online 02.05.2010 

Vorteil Frau

Erotik ist das Kapital des modernen Menschen

(87)
Von Catherin Hakim 1. Mai 2010, 16:06 Uhr

Ein Großteil der populären Ratgeberliteratur widmet sich der Maximierung des erotischen Kapitals, dieser ganz speziellen Mischung aus Sex-Appeal, Schönheit und sozialer Attraktivität. Kein Wunder: Die Bedeutung dieser Kapitalform in modernen Wohlstandsgesellschaften wächst. Frauen haben einen gewissen Vorteil.

Christina Hendricks
Foto: picture alliance / landov/landov

Die Schauspielerin Christina Hendricks verkörpert ein hohes Maß an erotischem Kapital

Volltext-Quelle

02.05.2010, 17:41 von Charly | 634 Aufrufe
Bewertung: 1 2 3 4 5

Kommentare

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Relax-Senf 04.05.2010, 13:34

@ Uertner: Herzlich willkommen bei MyComFor und herzlichen Dank für den interessanten Kommentar. Typisch Uertner. Aussagekräftig, Wissenserweiterung pur und geeignet als Gedankenfutter über den zugrunde liegenden Artikel hinaus.

"Die Frau schweige in der Volksversammlung" Dass dieser Satz nachträglich in den Text geschmuggelt worden ist, kann ich mir gut vorstellen. Manipulation von Unterlagen ist ja etwas, das gewissermassen schon immer existiert hat und nicht erst während der Entwicklung des Kapitalismus entstanden ist. Mein Begriff "längere Zeiträume" wurde mit den Ausführungen bestens abgedeckt. Mir ging es darum festzuhalten, dass das Ausleben der Sexualität und die Festhaltung von Sexualität in Illustrationen und Zeichnungen genauso stattgefunden hat, aber das gemeine Volk nicht erreicht hat, wie es die Reliefs der Chandella-Tempel zeigen.

Dieser Uertner-Kommentar würde sich auch als erster Eintrag auf einem Uertner Blog innerhalb von Mycomfor eignen. Jeder registrierte User kann einen persönlichen Blog eröffnen. Der Vorteil besteht darin, dass es dann ein Gefäss gibt, wo die Expertensicht von Uertner zu spezifischen Gesellschaftsthemen gesucht und gelesen werden kann.

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uertner 04.05.2010, 11:24
Nun, ich wurde eingeladen hier etwas über "erotisches Kapital" über weite Zeiträume zu schreiben. Schwierig. Weite Zeiträume haben die wenigsten erlebt, ich nehme die Welt erst seit dem Frauenstimmrecht wahr, bin also geneigt, alles was vor 1971 war etwas zu verklären, zumal jene Frauenzimmer - und mittlerweile gibt es auch eine grosse Anzahl "geistiger Sitzpinkler", die ihre Thesen in der Hoffnung, dass sich ihnen dafür weibliche Schenkel öffnen, emsig nachplappern - mich wenig zu überzeugen vermochten mit ihrer grobgeschnitzten These: erst mit Pille und Abtreibungserlaubnis ist die Frau frei. Ich beschränke mich daher den guten Paulus zu verteidigen, der heute gemeinhin als erotischer Brunnenvergifter par exellence gehandelt wird.
Um Paulus zu verstehen, müssen wir uns zwei Dinge vor Augen halten: 1. Die Welt stand in den Augen der Christen kurz vor ihrem Untergang. Kinder zu zeugen erschien darum vielen als unnützte Zeitverschwendung, besser war es sich für die Ankunft des jüngsten Gerichtes rein zu halten. Zudem gab es im Christentum gnostische Tendenzen, welche ohnehin eine strikte Trennung von Leib und Geist postulierten und darum den Körper verteufelten. Das hat aber wenig mit Christus zu tun, sondern mit einem gemein-menschlichen Dilemme Diskursiv zwischen Unterleib und Bewusstsein Frieden zu schliessen.
2. Das schlimmste das man Paulus anlasten kann, ist dass er den Satz schrieb "Die Frau schweige in der Volksversammlung". Zu diesem Satz gibt es zwei Theorien: die einen behaupten, der Satz sei von Mönchen im Mittelalter in den Text geschmuggelt worden, die anderen weisen darauf hin, dass in allen heidnischen Volksversammlungen die Frauen ohnehin nichts zu bestellen hatten. Man erinnere daran dass Aristophanes in der Kommödie "Ekklesiazusai" (Die Frauen an der Volksversammlung) drastisch ausmalte, wie es kommen würde, hätten Frauen politische Rechte. Die Urchristen waren darum revolutionär, indem sie die Frauen an der Volksversammlung zuliessen. Die Ermahnung Paulus, sie mögen schweigen, war wohl eher dahingehend gemeint, dass man sich nicht noch dem Verdacht aussetzen wollte, die Christen hätten nun das "Weiberregiment" eingeführt, was für die umliegenden Heiden ein weiterer Grund gewesen wäre, die Christen aufs blutigste zu Verfolgen.
Das einzige was Paulus anmahnt, ist ein vernünftiger Umgang mit der Sexualkraft, die er nur in der Ehe sieht, weil er der Frau ebenso den Besitz des männlichen Körpers zubilligt, wie dem Mann den Besitz des weiblichen. Paulus ist kein Pornograf und hat sich nicht geäussert, was im Ehebett erlaubt sein soll oder nicht. Wir dürfen daraus schliessen, in der christlichen Ehe gilt das "anything goes". Alles was der Schöpfer an Liebesspielen ermöglicht hat soll, zur Freude beider Partner möglich sein.
Es soll "keusch" zugehen. Was nichts anderes heisst als "gewissenhaft" und "selbstbewusst" und immer eingedenk, dass der Körper ein Hilfsmittel der Seele zum Heil ist und kein Mittel zum Zweck.
Weder finde ich bei Paulus den Aufruf jungfräulich in die Ehe zu gehen, noch die Verdammung gewisser Praktiken. Einzig das Promiske "rumficken", der Ehebruch, Inzest und Sodomie waren schon durch das Alte Testament verpönt.
Die Rede von der schlimmen "christlichen Sexualmoral" dient darum vorallem schlauen Rattenfängern, die gerne rumhuren, um sich als Befreiungshelden inszenieren zu können.
Persönlich wurde mir der grösste Schaden nicht durch christliche Vorstellungen zugefügt, sondern durch das feministische "Penetration ist Vergewaltigung". Mittlerweile entschuldigen sich femministinnen bei ihren Söhnen für diesen offensichtlichen Unsinn, den sie als neueste "wissenschaftliche Erkenntnis" erfolgreich ins öffentliche Bewusstsein trugen.
Darum: ich verstehe wenig von "längeren Zeiträumen", wer mir aber etwas von "christlicher Sexualfeindlichkeit" schwatzt, der weckt bei mir stets den Eindruck ein zeitgemässer Dumm- und Hohlkopf zu sein. Schlimmer noch, ein Rattenfänger, der Dinge in seinem Busen wälzt, die auch heute noch jedes Strafgesetzbuch zu Recht unter Strafe stellt: Pädophilie, Inzest, und ähnliches.
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Relax-Senf 03.05.2010, 12:13
@ Karin: Ja, es ist wie Du es beschreibst. Vor allem, wenn man Betrachtungen über einen längeren Zeitraum anstellt, dann hat auch die Kultur des Abendlandes schon Zeitperioden erlebt, die völlig anders gelebt und verehrt worden sind als die derzeitig geltenden Normen. Es wäre mal interessant zu lesen, was der bekannte Uertner zu diesem Thema zu schreiben hat.

Ich kann nur bestätigen, dass die Verteufelung der Sexualität und der erschwerte bis verunmöglichte Zugang zu Informationen/Wissen, die Instrumente der Kirche und der weltlichen Herrscher waren, um das gemeine Volk am Gängelband zu führen.

Zwar habe ich mir bereits in der Jugend von der Katholischen Kirche nicht den Umgang mit der Sexualität vorschreiben / beschneiden lassen, aber die Ermahnung vom Pfarrer, dass jeder Mann nur eine beschränkte Anzahl "Schuss" zur Verfügung hat, war dann schon eine Warnung die mich zu jener Zeit dann und wann ins Grübeln brachte.
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Karin 02.05.2010, 20:42

...Gerade das Christentum war nicht eben zurückhaltend, wenn es darum ging, Sexualität und alles, was damit zusammenhängt, zu missbilligen und als unrein, schambehaftet und überhaupt als niederen Trieb herabzuwürdigen...

Und genau das ist auch mit den Reliefs der Chandella-Tempel beabsichtigt: All das Unreine soll draussen bleiben, im Innern der Tempel herrscht absolute Reinheit. Die meisten Touristen, und wohl auch der Autor, dringen nicht bis dahin vor, denn die Skulpturen sind wirklich von anmutiger Schönheit...

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